Archiv der Kategorie: private thoughts aka ein text am tag

Microinfluencer, Nanoinfluencer, Nonfluencer

Menschen in meinem Alter haben es schwer. Aufgewachsen mit Schwarz/Weiß-Fernsehen oder gerade schon Farbfernsehen auf zwei Programmen, und die Welt war noch nicht Word-Wide sondern oft auf ein paar Hundert Dorfbewohner beschränkt.

Die besten Zeiten waren Analog. In Hochglanzmagazinen und sehr begrenzt, da immer die gleichen C- und D-Promis abgedruckt waren. Die einzige Chance war es bei Veranstaltungen, Firmenveröffentlichungen oder als Politiker in der Lokalzeitung mit erhobenen Daumen und mit Namensnennung abgebildet zu werden.

Und irgendwann in den letzten fünf Jahren kam – für viele überraschend – die digitale Zeit in Form von Facebook und WhatsApp. Und ein bisschen Youtube.

Und plötzlich darf sich jeder und jede selbst als Promi fühlen, in seiner eigenen Blase und in Hochglanz am iPhone.

Und plötzlich macht es wieder Sinn einen Sonntagsausflug im besten Anzug, mit offenem Hemd und mit Zigarre zu machen.

Unwiderstehlich so ein zweiter oder dritter Frühling als Dressman.

70 Tage Survival Challenge

Es war ja abzusehen, dass es dieses Jahr noch mal passiert. Bleiben wir nochmal zu hause.

  • Im Gegensatz zum Frühling ist jetzt aber schon früh finster.
  • Im Gegensatz zum Frühling wird es draußen kälter.
  • Im Gegensatz zum Frühling sind jetzt schon alle müde und gereizt.

Ich merk es an mir. Herbst und Motivation und Lebensfreude haben noch nie in meinem Hirn zusammengepasst.

Was nehm ich mir also für die nächsten Wochen vor, so bis etwa 10. Jänner?

Das sind 10 Wochen. 70 Tage. Habits lassen sich mit 60 mal einüben.

  1. Körperliche Ertüchtigung
  2. Schreiben
  3. Neues lernen
  4. Lesen
  5. Veggie Essen

So wenig hoch das Ziel jetzt scheint, den November/Dezember einigermaßen ohne dunkle Gedanken zu überstehen ist schwer genug.

Ich schaff das. 70 Tage sind überschaubar. Die Stricherlliste geht sich auf einem A4-Zettel aus.

Aufbrechen und einbrechen

(tl;dr) Kurz zusammengefasst: Wenn keine Einbruchspuren zu sehen sind, muss die Versicherung dir gestohlenen Dinge nicht ersetzen.

Halten wir kurz inne und denken wir darüber nach, welche Versicherungen wir zu welchen Zweck abgeschlossen haben.

Ich hab etwa eine Hausratversicherung. Dort ist u.a. folgendes beinhaltet:

„Die Haushaltsversicherung bietet Ihnen einen Haushaltsschutz, um Sie vor Verlust oder Beschädigung Ihres Eigentums zu schützen, zum Beispiel nach einem Wohnungsbrand oder einem Einbruch.“ (durchblicker.at)

Aber: „Hausratversicherung: Unbefugtes Öffnen eines Autos mittels Funksignal kein Aufbrechen“ (juris.de)

Kauf dir ein Auto mit Keyless-System (gibt es noch andere?) und lass etwas im Auto (weil es ist ja zugesperrt). Dann kommen Einbrecher unbefugte Öffner und stehlen deine Dinge. Keine Versicherung muss zahlen.

Mögliche Auswege:

  • Keyless-System deaktivieren lassen – keine Ahnung ob das noch geht
  • Altes Auto kaufen – darf man wegen CO2 sicher bald nicht mehr
  • Keine Versicherung abschließen/Versicherung kündigen
  • Nichts im Auto lassen

Sind somit Keyless-Systeme wie Nuki und Co eigentlich zum Scheitern verurteilt? Keine Versicherung zahlt bei einem Einbruch ohne Spuren.

Ich frag mich, warum wir noch immer glauben, dass Versicherungen die Guten sind.

Schreiben

»Ferdinand widmete der Schattenkunde beträchtliche Zeit, lenkte seine Umrisse behutsam in jene schöner Damen, bestieg die auf Steinböden großer Plätze geworfenen Schatten von Feldherren, Künstlern und Herrschern. Dreimal hatte er sich schon auf einer Bank des Wiener Volksgartens gefunden, wo er zärtlich an den Schatten der steinernen Kaiserin Elisabeth geschmiegt, in tiefen Schlaf geglitten war.«

61 Momente des Lebens als wortgewordene Gemälde.

Als ich als Halbwüchsiger über „Schattentaucher“ von André Heller gestolpert bin, hat sich in mir eine ganz neue Welt geöffnet. Aufmerksam durch die Welt gehen und kleine, beiläufige Gegebenheit poetisch beschreiben, ganz so, als wären sie das wichtigste der Welt.

Seit dem möchte ich so schreiben können.

Dafür muss ich zuerst Beobachten können. Aufmerksam sein. Erkennen, was um mich ist. Dies in Analogien fassen und dann niederschreiben.

Einer der Gründe, warum ich mich jeden Tag hinsetze und schreibe.

Das mit dem Aufmerksam sein, das mit der Muse finden, ist grad nicht.

Aber ich kann ja schreiben üben.

Die Mieten und Monopoly

Sicher kennt ihr die Theorie, dass Menschen, die zu viele Ballerspiele (Egoshooter) spielen, dazu neigen, Amokläufer zu werden. Kurz: Egoshooter trainiert Amokläufer.

Daher bin ich dafür, dass ab sofort jede Art von Monopoly und DKT (Das Kaufmännische Talent) verboten wird.

In meiner Jugend, in der ausgehenden analogen Zeit, war Monopoly/DKT ein weit verbreitetes Spiel. Wochenenden gingen verloren, Freundschaften gingen verloren und der Frust stieg, wenn wieder einmal ein anderer Mitspieler das meiste Geld gehortet hatte: er hatte die meisten Immobilien in Wien, Graz, Salzburg gekauft. Häuser und Hotels – schon damals überstieg der Mietpreis mein bedingungsloses Grundeinkommen wenn ich über Start ging. Produktionsbetriebe, Versorgungsunternehmen und Transportfirmen waren bei weitem nicht so ertragreich.

Zu Beginn erhielt jeder Spieler ein steuerfreies Startgeld. Vergehen wurden nur mit einer milden Gefängnisstrafe geahndet. Die Steuernachzahlung war schnell erledigt.

Aber mit Mieten konnte man reich werden.

Und jetzt schauen wir uns das echte Leben im 21. Jahrhundert mal an. Abgesehen, dass vom bedingungslosen Grundeinkommen noch weit und breit keine Spur ist, wird man mit Immobilien reich. Wenn ich nicht aufpasse, frisst mir die Miete einen guten Teil meines Einkommens weg. Am Spielbeginn (Geburt) wird das Startgeld ungleich verteilt, dieses ist aber Steuerfrei.

Wobei, beim Spiel war es einfach, einen Gewinner zu finden, da am Ende entweder alle bis auf einen pleite waren oder jeder seine Besitztümer und sein Geld gezählt hat.

Am Friedhof steht noch immer nicht der wahre Punktestand am Grabstein. Und freuen tun sich nur die, die das steuerfreie Startgeld bekommen.

Once a day!

Schon mal von den Rockefeller habits gehört? Oder was eine Veränderung von nur einem Prozent (1 %) am Tag ausmachen kann? Wie sehr sich dann Dein Leben verändert?

Als alter Motivationsspruchsammler hab ich da einige auf Lager. Auch als ehemaliger Winterhellerjünger und Minimitschreiber an der 6-Wochen-Kur kann ich da viel wichtiges dazu sagen.

Alleine es hilft mir mich zu fokussieren. Nicht im alltäglichen Blabla und den Ablenkungen verloren zu gehen.

Schau ein Schmetterling!

Mein Hirn immer. Und ist schon wieder am nächsten Gedanken dran. Sammelt schon wieder Reize. Oder versucht langsam wegzudämmern.

Also. 1 Text am Tag. Ein paar Zeilen. Über das, was so passiert. Was ansatzweise interessant sein könnte.

Ich schreib wieder über Gott, Datensicherheit, Youtube, Onlinemeetings, Soziale Medien, Internetdinge und so weiter und so fort.

Ich bin so alt, wir nannten es noch „Mitmachnetz“.

PS: Tipp für alle, die zum Thema Datensicherheit mehr wissen wollen, aber nicht wissen, wo sie beginnen sollen, sich schlau zu machen: nsa von Andreas Eschbach – ist ein Roman, der in einer fiktiven Parallelwelt spielt, aber sehr anschaulich die Möglichkeiten von Big Data – also dem Datensammeln – zeigt.